Stillhalter Strategie

In dieser Strategie sind Optionen involviert, was erst einmal gefährlich klingt, hier aber gar nicht so ist. Diese Strategie ist für konservative Investoren gedacht, die ihr Risiko gegenüber einem Direktinvestment limitieren wollen. Die Stillhalter Strategie wird auch angewendet, wenn Sie zu spät in einem Markt sind, das heisst, er ist schon gut gelaufen und Sie möchten dennoch partizipieren.

  • Vorteile:
  • geringeres Risiko gegenüber einem direkten Aktienkauf
  • man kauft Aktien preiswerter als andere Investoren, Kapital wird erst eingesetzt, wenn die Aktie günstig ist
  • regelmässige Einnahmen durch Optionsprämien, die direkt für Investitionen zur Verfügung stehen
  • positive Rendite in seitwärts laufenden oder leicht fallenden Märkten
  • Profite aus der dieser Strategie sind in der Schweiz komplett steuerfrei
  • geparktes Kapital+Prämien können zinsbringend angelegt werden
  • gleichmässiger Vermögenszuwachs mit geringeren Schwankungen
  • Nachteile:
  • in stark steigenden Märkten ist die Rendite eines direkten Investments höher
  • keine Teilnahme an Dividendenzahlungen, dafür aber keine Verrechnungssteuer auf Optionseinnahmen
  • Risiko von Bad News, siehe dazu Hinweis im Text
  • Nicht alle Schweizer Banken bieten eine professionelle Abwicklung für Stillhalter

Folgendes Szenario nehmen wir an: Sie sind interessiert an einer Direktanlage in Aktien, hier Zurich Versicherung (ZFS) finden aber den aktuellen Kurs zu hoch. Oder, der Markt ist schon gut gelaufen, Sie denken, Sie sind etwas spät dran mit einem Kauf. Mit der Stillhalter Strategie können Sie dennoch teilnehmen, ohne ein grosses Risiko einzugehen:

In unserem Beispiel notiert die ZFS bei 220 Franken. Sie hätten gern zu 200 Franken gekauft. Eine Alternative ist nun, anstatt eines Kaufes der ZFS, eine Put-Option mit Basis 200 Franken zu schreiben, mit einer Laufzeit von 6 Monaten. Das bedeutet, dass Sie bereit sind, einem Inhaber der Zurich-Aktien innerhalb der nächsten 6 Monate 200 Franken pro Aktie zu bezahlen, wenn er sie denn verkaufen möchte. Dies wird dann der Fall sein, wenn die Aktie innerhalb der nächsten 6 Monate unter 200 Franken fällt.

Für dieses Options-Recht, Ihnen die Aktie verkaufen zu dürfen (für 200 Franken pro Stück), zahlt Ihnen der Aktien-Inhaber eine Optionsprämie, auch Stillhalter-Prämie genannt. Diese beträgt in unserem Beispiel aktuell 14 Franken pro Aktie. Diese 14 Franken gehören Ihnen auf jeden Fall, unabhängig, welchen Verlauf die Aktie nehmen wird. Dies entspricht einer vereinnahmten Rendite von 7% für 6 Monate, also 14% per annum.

Folgende 3 Szenarien können eintreten:

  • Die Aktie steigt weiter
  • Sie haben einen Profit von 7% in 6 Monaten erzielt, allerdings könnte der Aktieninhaber mehr erzielt haben
  • Die Aktie läuft seitwärts und schwankt um 220 Franken
  • Sie erzielen wieder 7% Rendite in einem halben Jahr, mehr als der Aktieninhaber
  • Die Aktie fällt auf 180 Franken
  • Sie müssen die Aktie dem Inhaber abnehmen, für 200 Franken. Da Sie aber 14 Franken Prämie erhalten haben, kaufen Sie die Aktie netto zu 186 Franken. Ein kleiner Verlust fällt an.

An den 3 oben genannten Szenarien sieht man, das Sie als Stillhalter nur dann einen Verlust riskieren, wenn eine Aktie stark fällt. Deshalb sollten Sie für die Strategie nur Firmen wählen, deren Aktien Sie auf jeden Fall kaufen würden, zum Basispreis der Option. Ein gewichtiger Nachteil dieser Strategie ist, dass man nur Firmen wählen sollte, bei denen sich auf absehbare Zeit keine grundlegende Änderung im Geschäft ergeben sollte, wie z.B. Bad News wegen Ausfall eines Produktes. Das trifft besonders auf Konsumgüter-Hersteller zu, aber nicht auf Pharma-Firmen oder Hersteller von zyklischen Produkten.

Wenn Sie diese Strategie einsetzen möchten, lassen Sie sich umfassend beraten. Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht mit dem Einsatz von Stillhalter-Optionen bei der UBS. Ansprechpartner ist Dario Aretano, Telefon: 044 815 86 10